Vertreibungs- Transporte - Kaaden-Duppau

Heimatkreis Kaaden- Duppau
Sudetendeutscher
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Vertreibungstransporte

Das Kreisgebiet von Kaaden und Duppau  ist bis zum Kapitulationstag 7. Mai 1945 von Kriegshandlungen so gut wie unberührt geblieben. Das Kriegsende war herbeigesehnt worden. Endlich Frieden.Doch es kam anders. Für die deutsche Bevölkerung begann eine schreckliche Leidenszeit. Weniger durch die Sowjets, die in den südlichen Wäldern des Duppauer Gebirges ein großes Militärlager errichtet hatten, sondern mehr durch tschechische Revolutionsgarden, welche zunächst die Städte besetzten.Die ersten sog. "wilden" Vertreibungen erfolgten im Juni 1945. Die Betroffenen mußten sich binnen 20 Minuten sammeln und wurden dann über die Grenze nach Sachsen getrieben. In den Dörfern übernahmen sog. Ortskommissare die politische Verwaltung. Große Bauernhöfe  wurden von den berüchigten "Goldgräbern" besetzt. Es gab Verhaftungen, Folterungen und Morde.
Emil Franzel schreibt in seinem Buch "Die Vertreibung / Sudetenland 1945 - 1946":
Am Dreifaltigkeitstage, eine Woche nach Pfingsten, kam ein Bus mit dreißig tschechischen Gendarmen nach Duppau. Am Tage darauf begann das Morden... Der Leiter der Duppauer Oberschule, Oberstudiendirektor Andreas Draht, wurde in SS- Uniform lebendig in der Oberschule eingemauert. Studienrat Hotek wurde acht Tage lang täglich dreimal unmenschlich geprügelt und dann halbtot aufgehängt. Studienrat Wenisch wurde... zum Krüppel geschlagen und dann erschossen. Ebenso erging es Dipl. Ing Neudörfl... Etwa 400 Personen waren, eng zusammengepfercht, im Luftschutzkeller der Oberschule eingesperrt. Insgesamt soll dieses Mordkommando in Duppau 284 Personen auf dem Gewissen haben. Die Opfer wurden in mehreren Massengräbern auf dem Sportplatz der Oberschule verscharrt.
Die Ermordeten waren keineswegs fanatische, unmenschliche Nazis; sonst wären sie geflohen. Ihr gutes Gewissen ist ihnen zum Verhängnis geworden.Den schrecklichen Ereignissen in Totzau und von Duppau sind  eigene Dateien gewidmet.Viele deutsche Frauen und Männer wurden auf Monate in Arbeitslager geschickt.Nach den "wilden Vertreibungen" begannen Ende April 1946 die "geordneten Vertreibungen". In Viehwaggons brachte man die Deutschen über die Zonengrenzen in die heutigen alten Bundesländer und in sowjetisch besetzte Zone.

21. Transport                                      Amerikanische Zone                                      27.10.1946


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