Die verwunschene Jungfrau von Pragerhaus uam. - Heimatkreis Kaaden- Duppau

Heimatkreis Kaaden- Duppau
Sudetendeutscher
Hauptmenü
Hauptmenü
Direkt zum Seiteninhalt
Die verwunschene Jungfrau von Pragerhaus

Zwischen dem Humitzberge und der Heiligleiten (auf Humitzer Grund) ist eine Anhöhe, die einst das Schloß Pragerhaus oder Brockenhaus trug. Die Burg spielt in der Geschichte keine Rolle und es ist daher anzunehmen, daß sie von Nikolaus von Prag, Herr auf Egerberg, der noch mehrere „Häuser" besaß, erbaut wurde. Am Fuße des Pragerhauses, an das gegenwärtig nur noch einige Steintrümmer erinnern, auf Kettwaer Seite, lag ein sargähnlicher Stein, der ein verwunschenes Burgfräulein von Pragerhaus bergen sollte. Jahrelang war dieser Steinsarg ein vielbesprochenes Rätsel. Endlich im Jahre 1888 fiel der Schleier. Beherzte Männer bohrten den Stein an, luden ihn mit Pulver und sprengten ihn. Nichts kam zum Vorschein. Der Sarg mit der verwunschenen Jungfrau war eben nur eine sechsseitige Basaltsäule, wie sie öfters auf Basaltbergen zu finden sind.


Die goldene Kugel

Die verwunschene Jungfrau von Pragerhaus soll eine goldene Kugel in die Erde versteckt haben. Eine große Wasserflut wird einmal kommen, sie wird die Kugel auswaschen, ein Hirtenjunge wird sie finden und durch sie glücklich werden.

Der Hundsfelsen

Bei der Kettwaer Mühle steigt wie eine Wand der Hundsfelsen empor. Von ihm fiel einst ein Hund herab in das Steingerölle, ohne jedoch größeren Schaden zu erleiden. Auf dem Felsen soll früher eine Scheibe gestanden sein, nach der die Ritter von Schönburg schossen. Auch soll es hier „umgehen"; denn Leute bemerkten zur Mitternachtszeit auf ihm ein Licht und sahen in den Abendstunden einen Würgbüschel umherlaufen.


Das eiserne Kreuz auf dem großen Stück

Wer von Kettwa auf der Straße nach Woslowitz geht, erblickt beim Abzweigen eines Feldweges zur linken Seite ein altes eisernes Kreuz. Betritt man jedoch diesen Ort zur Geisterstunde, so vernimmt man ein Knistern gleich dem Brechen vieler kleiner Stäbe.

Das Zwergloch beim Endersacker

Auf dem Abhange des Hohbühls heißt eine Flur der Endersacker. In seinen Rainen liegt ein Zwergloch. Einst scholl aus seinem Inneren der fortwährende Ruf: „Mir aa an !" (Mir auch einen!) Ein Ackersmann, der eben auf dem Felde pflügte, hielt diesen Ruf für einen Scherz und rief ebenfalls: „Mir aa an!" Da kam ein Zwerglein und überreichte ihm einen kleinen, aber vornehmen Kuchen. Der Pflüger nahm jedoch die Gabe nicht, sondern wies sie höhnisch zurück. Auf einmal erhielt er eine schallende Ohrfeige und Kuchen und Zwerg waren verschwunden.

Bereits war diese vorliegende Arbeit zur Presse befördert worden, da erlitt die Schulgemeinde Kettwa einen herben Verlust. Ihr verdienstvoller Oberlehrer, Herr Johann Klingöhrl, Mitglied des Gemeindeausschusses in Kettwa und Ehrenmitglied der Feuerwehr-vereine in Kettwa und Boxgrün, starb am 19. November 1913 nachmittags 3 Uhr plötzlich im Alter von 57 Jahren an Hirnschlag. Seine sterbliche Hülle wurde am Samstag, den 22. November, unter überaus zahlreicher Beteiligung von groß und klein, nah und fern auf dem Friedhofe zu Maria-Trost in Klösterle zur ewigen Ruhe gebettet. Die Schulgemeinde wird ihrem liebenswürdigen Oberlehrer ein dankbares Angedenken bewahren.

Anmerkung:

Dies ist eine Abschrift aus dem Originalbuch in der Kaadner Bibliothek. Um die ursprüngliche Schreibweise nicht zu verändern, erfolgte die Abschrift exakt wie im Original.
Zurück zum Seiteninhalt