Die Stadt Kaaden - Heimatkreis Kaaden- Duppau

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Die Stadt Kaaden

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Dreifaltigkeitssäule und
Dekanalkirche Kreuzerhöhung
Kaaden
an der Eger
1183 - heute
aus Flug über die Heimat mit Dr. Viktor Karell
und dem Sudetenland- Wegweiser von Rudolf Hemmerle



Die drei Merkwürdigkeiten von Kaaden:

EINEN TURM OHNE DACH BIS ZUR STUND´ (Rathausturm)

EIN HAUS OHNE ROST UND GRUND,           (Burg)

OHNE DAMM UND WALL EINEN TEICH          (See)

HAT KAADEN NUR IM GANZEN REICH.


Kaaden ist eine deutsche Stadt am linken Ufer der Eger, zwischen Erzgebirge und Duppauer Gebirge auf einer Meereshöhe von 297 Metern.
Die Stadt liegt etwa drei Kilometer von der Bahnstrecke Eger- Karlsbad- Komotau- Prag entfernt und ist durch die Buschtiehrader Eisenbahn, die von Brunnersdorf nach Willomitz führt, mit dieser Strecke verbunden.
Am 31. Dezember 1910 zählte Kaaden 8354 Einwohner (darunter 27 landwirtschaftliche Arbeiter mit slawischer Sprache), alle anderen Einwohner waren deutsch. Außerdem bestand noch eine Garnison mit 265 Mann (Lt. Ortslexikon von Prof. Ernst Pfohl  8.465 Deutsche, 56 Tschechen). 1930: 8.641 Einwohner (davon 7.702 Deutsche und 939 Tschechen).
Die erste Erwähnung erfolgte im Jahre 1183, anläßlich der Übereignung an die Johanniter, die bis 1542 die Seelsorge versahen. Kaaden war im 12. Jahrhundert eine Marktsiedlung, im 13. Jh. Sitz eines Markgrafen. Ab dem Jahre 1261 wird  Kaaden in allen Urkunden als "freie königliche Stadt"  mit deutschem Recht und deutscher Sprache genannt. 1319 erfolgte die Bestätigung dieser Privilegien durch König Johann.
Kaaden wurde im Jahre 1270 von Premysl Ottokar II. zu einer königlichen Stadt erhoben und erhielt sein gegenwärtiges Wappen möglicherweise von König Johann (1310- 1346). Es zeigt einen blauen Schild mit silberner, gezinnter Mauer und in der Mitte einen Zinnenturm mit offenem Tore, das mit einem aufgezogenen Fallgitter versehen ist. Hinter der Mauer stehen zwei Zinnentürme  mit rotem, goldgeknauftem Pyramidendache. An dem rechten Turm sieht man einen silbernen Dreieckschild mit einem schwarzen Adler, an der linken einen roten Schild mit dem böhmischen Löwen.
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Auf dem Schild ruht je ein geschlossener Turnierhelm. Der rechte Helm ist mit einer schwarz- silbernen, der linke mit rot- silberner Helmdecke geziert. Beide tragen einen mit goldenen Lindenblättern bestreuten, schwarzen, geschlossene Adlerflug. Der schwarze Adler auf dem rechten Turm ist das alte Wappen von Böhmen, das mit dem Tode Wenzel I. verschwand und unter Premysl Ottokar II. durch den doppelschwänigen silbernen Löwen abgelöst wurde.
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Vier mächtige Tore führten im Mittelalter in die durch die starke Befestigung gut geschützte Stadt. Von größter Bedeutung für den Schutz der Stadt waren die vier Stadttore: Heiligentor, Schmidgässertor, Wassertor und Brunnersdorfer Tor. Die beiden letzteren Tore fielen der Stadtverschönerung zum Opfer. In der inneren Mauer standen zehn Basteien, inder mittleren vier und in der äußeren zwölf Basteien. Heute noch ist das Heiligentor und die Barbakane des Saazer- (Schmiedgässer- oder Prager-) Tores erhalten.
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Das Masakker des 4. März 1919

Am 23.Dezember 1918 besetzten tschechische Soldaten die deutsche Stadt, die wie alle deutschen Städte, dem tschechischen Staat einverleibt wurde. Als am 4. März 1919 die Kaadner  Selbstbestimmungsrecht demonstrierten, schoß tschechisches Militär in die friedliche   Menge. 26 Tote waren zu beklagen. Es gab etwa 100  Verwundete.
Am 10. Oktober 1938 wird aufgrund des "Münchner Abkommens" das überwiegend deutsche Grenzgebiet an das Deutsche Reich angeschlossen. Kaaden ist für sieben jahre bis 1945 bei Deutschland.
Nach Kriegsende im Jahre 1945 kam für die deutsche Bevölkerung das Ende. Die Deutschen wurden, wie überall in der neu entstandenen Tschechoslowakei, vertrieben; anfangs sehr brutal in der sog. "wilden Vertreibung" und ab April 1946 in 21 Transporten (zu je etwa 1.200 Personen) per Viehwagen in die sowjetisch und amerikanisch besetzte Zone Deutschlands abgeschoben. Unzählige Frauen und Männer wurden unmittelbar nach Kriegsende zu Zwangsarbeit in die innere Tschechei und ins Uranbergwerk Joachimsthal gebracht.
Mit der Vertreibung der Deutschen endet die über 750jährige deutsche Geschichte Kaadens.
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Im Jahre 1955 hat die Stadt Weißenburg im bayerischen Mittelfranken die Patenschaft über Kaaden, Duppau und Klösterle übernommen.
In der ehemaligen Heimatstube wurden Ortspläne, Urkunden, Photos, Porzellan der Thun´schen Manufaktur Klösterle, Handschuhmacherei und Kaadener Grün (-erde) gezeigt.
Die Bestände der Heimatstube befinden sich heute im Haus Kaaden, einem Teil des Weißenburger Heimatmuseums.

Kaaden, Rathausturm
Die alte Stadtburg mit Partie an der Eger
Der Teich ohne Damm und Wall
Das Masakker des 4. März 1919
Kaaden auf der Straße nach Pokatitz
Patenstadt Weißenburg: Ellinger Tor
 
Sudetendeutscher Heimatkreis Kaaden- Duppau
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