Das Duppauer Obergymnasium - Kaaden-Duppau

Heimatkreis Kaaden- Duppau
Sudetendeutscher
Hauptmenü
Direkt zum Seiteninhalt
Hauptmenü
Das Duppauer Gymnasium
und sein Studentenkonvikt

auszugsweise aus dem Heimatbuch
Kaaden- Duppau von Dr. Viktor Karell

Kaum 2.000 Einwohner zählte Duppau und doch war es bekannt im ganzen nördlichen Böhmerland. Was Duppau so berühmt gemacht hat waren sein Gymnasium und sein Konvikt von den Einheimischen nur "Kloster" genannt. Ein Duppauer Tuchmachersohn namens Anton Josef Klement, geboren am 10.Feber 1701 hatte es am Wiener Hof zu Ehren und Ansehen gebracht und sein ganzes Vermögen zur Errichtung einer Lateinschule mit Jesuitenkonvent gestiftet. Große Erbschaften und namhafte Spenden des Kaiserhauses in Wien ermöglichten es Klement im Jahre 1756 den Bau einer Lateinschule in seiner Heimatstadt Duppau in Angriff zu nehmen. Kaiserin Maria Theresia bestätigte daraufhin ein Jahr später dieses Vorhaben. Sofort wurde mit dem Bau der Kirche  und dem Stiftsgebäude begonnen. Im Jahre 1767 war er bereits vollendet.
Das Stiftsgebäude war ein Komplex von 38 x 32 Metern. Die nördliche Seite stieß an die Stiftskirche, die der hl. Elisabeth von Thüringen geweiht war.
Diese Kirche bildete nicht nur ein Zeichen des Werkes von Ritter von Klement, sondern war ein Wahrzeichen von Duppau überhaupt. Sie war im typischen Jesuitenstil des Barock errichtet. Der Bau hatte eine Länge von 38 Metern und eine Breite von 19 Metern mit einem 31 Meter hohen Turm. Rund 3.000 Menschen passten in das Gotteshaus. Die Inneneinrichtung finanzierte ebenfalls der Stifter. Alles notwendige Material war vorhanden: Eine Uhr, die Orgel und das dreiteilige Glockengeläute. Die Innenausstattung ging etappenweise voran. Das Bild des Hochaltares, das die Patronin Elisabeth als Wohltäterin der Armen und Kranken zeigt, ließ Klement von Le Grand malen. Darüber war im Halbkreis der hl. Antonius zu sehen. Die Seitenaltäre zeigen den hl. Aloisius und den hl. Iwo. Im Halboval sind Johann Nepomuk und die hl. Rosalie zu sehen. Schließlich sind noch Altäre den vierzehn Nothelfern und dem hl. Josef von Kalasanz geweiht.
Wegen dieser und noch weiterer Kostbarkeiten wurde die Stiftskirche in Duppau zu den schönsten Kirchen in Böhmen gerechnet.
Um seine Stiftung zu sichern, erwarb Klement weitere Grundstücke um seine Zöglinge im Hause unterzubringen. Duppauer Herrschaftsbesitzer trugen zusätzlich ihren Anteil zur Stiftung bei. Wegen seiner Verdienste wurde Klement von der edlen Kaiserin Maria Theresia am 2. April 1768 in den Adelsstand erhoben. Er durfte sich fortan "Ritter" nennen. Sein Wappen weist halbgeteilt einen Goldstreifen auf rotem Grund einerseits, andererseits einen Löwen im blauen Felde auf. Am 8. April 1783 ging Edler von Klement in Wien in die ewige Heimat ein. Er wurde am 17. April 1783 in seiner Stiftskirche beim Nothelferaltar beigesetzt.
Im Jahre 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben. Die Anstalt mußte bis 1775 ihre Pforten schließen. Sie wurde aber danach bis 1832 von den Piaristen weiter geführt. Weitere 32 Jahre dauerte es bis das Gymnasium  1864  dank des weiter angewachsenen Stiftungsvermögens wieder eröffnet werden konnte.
Das Gymnasium war der Stolz des Städtchens Duppau. Die Schüler kamen von weither. Vom Erzgebirge, vom Böhmerwald und dem Egerland. Natürlich mußte jeder halbwegs gescheite Bub aus Duppau und seiner Umgebung ins "Kloster". Jeder Gymnasiast konnte sich zum geheimen Orden der Duppauer Gymnasiasten zählen. Das Gymnasium wurde zur Pflanzstätte für katholische Priester der Erzdiözese Prag, wo etwa ein Viertel aller Bediensteten aus der Duppauer Schule kamen.
Aus dem weltabgeschiedenen Städtchen Duppau war durch die Tatkraft eines tiefgläubigen Mannes, Ritter von Klement, ein Werk entstanden, wie es damals in der Donaumonarchie einzigartig war.

Zurück zum Seiteninhalt