"Maria Trost" in Klösterle - Kaaden-Duppau

Heimatkreis Kaaden- Duppau
Sudetendeutscher
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Die Mariatrost- Kirche in Klösterle
1652 - heute
auszugsweise aus dem Heimatbuch
"Kaaden- Duppau" von Viktor Karell



Ein Juwel unter den Kirchen Nordböhmens ist die Kirche "Maria vom Trost" in Klösterle. Unter den Wallfahrts- Stätten im Bezirk Kaadens nimmt sie in der barocken Baukunst eine hervorragende Stellung ein.

Die Veranlassung zum Bau der schönen Kirche "Maria vom Trost" war die Marienstatue, welche heute noch über dem, Hochaltar der Kirche thront. Diese Marienbild wurde samt einen Altar im Jahre 1652 unter dem damaligen Pfarrer Daniel von der Heiden aus dem St. Thomas- Kloster in Prag gekauft und zuerst in der alten Pfarrkirche in Klösterle als Hochaltar aufgestellt.

Als die neue Pfarrkirche vollendet war, übertrug man das Gnadenbild nach Niklasdorf und stellte es auf einen Seitenaltar, wo es 13 Jahre blieb.
Der Wirtschaftshauptmann Johann Egermann, der an einer Augenkrankheit litt, unternahm eine Wallfahrt zum Gnadenbild , um Heilung zu finden. Während der Messe schien es dem Hauptmann, als wenn das Gnadenbild sich in die Richtung gegen Klösterle wendete. Auch derPfarrer stellte diese Tatsache fest. Er suchte bei der geistlichen und weltlichen Obrigkeit nach, das Bild wieder nach Klösterle bringen zu dürfen. Dies geschah dann auch.
Die Verehrung des Marienbildes wuchs ständig. Durch die Opferbereitschaft des gläubigen Volkes kam ein bedeutendes Vermögen zusammen, mit dem an den Restaurierung der Totenkapelle gedacht werden konnte. Für eine große Kirche reichten die Gelder aber nicht aus. Am 15. August 1714 (Mariä Himmelfahrt) wurde die Kapelle neu geweiht und ihr der Titel "Maria vom Trost" gegeben. Papst Klemens XI. verlieh der Kapelle für das Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) einen vollkommenen Ablaß, für Mariä Himmelfahrt und Mariä Geburt eine Ablaß von sieben Jahren.
Die neue Gnadenstätte erlangte durch zahlreiche Heilungen immer mehr Bekanntheit. Der Zustrom der Pilger wuchs ständig und damit die Opfergelder. So konnte alsbald an den Neubau einer Kirche gedacht werden. Unter Pfarrer Hüttl wurde im Jahre 1745 begonnen, den früheren kostspieligen Bauplan auszuführen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 20.000 fl. (Gulden). Im Jahre 1760 weihte der Vikar von Deutsch Kralupp die neue Kirche. Erst im Jahre 1825 wurde mit der würdigen Ausgestaltung des Hochaltares und der Seitenaltäre begonnen. Die Ausführung unternahm der Komotauer Maler Andreas Friedrich. Die Kirchtürme wurden im Jahre 1831 nach den Plänen von Karl Siech vollendet. Klösterle erhielt damit einen der schönsten barocken Kirchenbauten unserer Heimat, in der die Elemente der berühmten Dientzenhofers stilgerecht Verwendung fanden.
Im Deckenfresko sehen wir Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Engel umschweben diese Gruppe. Einer blickt nach unten und lädt die Erdenkinder ein, bei Maria Trost zu suchen. Ein weiterer Engel kniet fürbittend vor der Mutter mit Kind, das segnend die Arme hebt. In der Säulenhalle sind verschiedene Szenen menschlichen Elends dargestellt, in denen die Sterblichen Marias Trost und Hilfe bedürfen: Ein Bauer mit Schubkarre, ein Krüppel, die verlassene Mutter mit ihren Kindern, ein Pilger, ein Gefangener, ein Blinder und ein Sterbender. Sie alle blicken auf Maria, Hilfe und Rettung erflehend.

Und viele Pilger verrichteten das Gebet:



O du wundertätige Mutter Jesu, Maria Trost !
Zu deinem Tempel komme ich in Andacht,
damit ich dir meine Not klagen kann.
Hilf, o hilf, Maria Trost, durch deine Fürbitte
bei deinem Sohne, unserem Herr Jesu Christ.


Das Gnadenbild
Wikipedia

Anstelle einer alten Friedhofskapelle (aus der Zeit um 1500) wurde die neue Kirche in den Jahren 1743–1760 von Johann Christoph Kosch aus Kaaden (Kadaň) im Rokokostil erbaut. Als Vorbild diente ihm die Kirche des hl. Johannes von Nepomuk in der Prager Neustadt. Die Kirche wurde am 4. Juli 1750 vom Vikar Wenzel Kirchner aus Deutsch Kralup (Kralupy u Chomutova) geweiht.
Der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre wurden 1823 von Andreas Friedrich aus Komotau (Chomutov) mit gemalter Scheinarchitektur versehen. An den Seitenaltären befinden sich die Statuen der hl. Barbara und des hl. Vinzenz (ergänzt durch Statuen von Engeln) und ein Bild der hl. Ottilie. Die Skulpturen aus der Zeit um 1760 stammen vom Bildhauer Karl Waitzmann aus Kaaden. Die Kirche besitzt zwei Seitenkapellen und zwei Sakristeien und ist mit dem beachtenswerten Deckenfresko „Geheimnis des Rosenkranzes“ ausgestattet. Die Fresken zeigen die Wunder der Jungfrau Maria und Mariä Geburt und wurden in den Jahren 1752–1760 vom Maler Josef Hager (1726–1781) aus Preßnitz (Přísečnice) geschaffen.
Die Fresken im Chor stellen die vier Evangelisten und die Kirchenväter in illusionistischer Scheinarchitektur dar. Eine Renovierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1825 und 1967. [1] [2]
Die Türme wurden erst im Jahr 1831 nach den Plänen von Karl Siech fertiggestellt. An der Friedhofsmauer zur Straße hin steht eine achteckige Rokokokapelle mit halbkreisförmigen Nischen, Ecklisenen und einer Laterne, erbaut 1764/65 von J. C. Kosch, die ursprünglich als Leichenhalle gedient hat.

Marienverehrung[Bearbeiten

Die Marienverehrung in dieser Kirche zeigt sich in der gotischen Holzstatue der Jungfrau Maria von 1480–1490 in einem Glaskasten über dem Hauptaltar und einer kleinen Marienstatue von 1765 (Gnadenbild). Die gotische Holzstatue stammt aus dem Augustinerkloster Prag. Die Marienverehrung begann, als diese dann ab 1652 zunächst in der Dreifaltigkeitskirche in Klösterle und danach in der Nikolauskirche in Niklasdorf (Mikulovice) bei Klösterle aufgestellt war, bevor sie 1683 in die Friedhofskirche überführt wurde. Damit begann hier die Wallfahrtstradition, die bis in die Gegenwart anhält.
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